5 Alpenvereinshütten für Architekturfreunde

Holzbaracken mit Plumpsklo. So stellen sich viele Menschen eine Berghütte vor. Das ist natürlich Unsinn, wie diese Häuser des Alpenvereins zeigen. Manche sind so schön, dass sie unter Denkmalschutz stehen; andere begeistern mit ihrer nachhaltigen und modernen Bauweise: Spitzenarchitektur eben.

1. Berliner Hütte
Zillertal, 2.042 m

Der Blick wandert nach oben, fünf Meter hoch. Dort befindet sich die Decke des mit Zirbenholz getäfelten Speisesaals in der 1879 eingeweihten Berliner Hütte. Sie war ihrer Zeit voraus. So versorgte schon vor über 100 Jahren ein eigenes Wasserkraftwerk die Hütte mit Elektrizität, sie verfügte über die allererste Telefonleitung im hinteren Zillertal und hatte neben einer Schuhmacherwerkstatt sogar ein hauseigenes Postamt. 1997 wurde die Berliner Hütte als erste Schutzhütte Österreichs unter Denkmalschutz gestellt und seitdem wird sie behutsam restauriert. Wer eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit unternehmen will, ist hier richtig.

www.berlinerhuette.at

Berliner Hütte

2. Stüdlhütte
Osttirol, 2.801 m

Wie eine Eierschale schützt das runde Blechdach die Nordseite der 1996 neu eröffneten Stüdlhütte. Die offene Südseite liefert Wärme und Energie. Namensgeber war der Prager Kaufmann Johann Stüdl, der die Vorgängerin der heutigen Hütte im 19. Jahrhundert als Stützpunkt für Besteigungen des Großglockners bauen ließ. Die neue Hütte verzichtet vollständig auf fossile Energieträger, ihre Elektrizität bezieht sie von einer Solaranlage, die Heizung funktioniert mit Pflanzenöl. Kenner der Stüdlhütte schätzen neben ihrer nachhaltigen Bauweise auch das kulinarische Angebot. Die Hüttencrew um den Wirt Georg Oberlohr verwöhnt mit ausgesuchter Küche und Zutaten aus eigener Landwirtschaft.

www.davplus.de/stuedlhuette

Stüdlhütte

3. Falkenhütte
Karwendel, 1.850m

Ein Mann zupft an der Gitarre, der andere hat den Hut tief ins Gesicht gezogen. An den beiden vorbei stapft ein Wanderer, die rechte Hand am Rucksackträger, die linke Hand am Wanderstock. Diese und andere humoristische Bergszenen entdecken Besucher der Falkenhütte auf einem gemalten Fries in der Gaststube. Der Fries ist neben den alten Dachgauben und den ursprünglichen Bergsteigerkammern im Altbau einer der Gründe dafür, dass die Falkenhütte seit 2015 unter Denkmalschutz steht. Ökostrom aus dem Tal ersetzt heute das Dieselaggregat, der Parkplatz vor der Hütte wurde renaturiert und Gäste schlafen im original erhaltenen fast 100-jährigen Bettenlager.

4. Ramolhaus
Ötztal, 3.006 m

1881 legte ein gewisser Martinus Scheiber im hinteren Gurgler Tal den Grundstein für die erste Schutzhütte der Ötztaler Alpen. Und schuf damit die Basis für unzählige alpine Abenteuer im Ötztal. Mehr als 130 Jahre sind inzwischen vergangen und noch immer klebt das Ramolhaus wie ein Adlerhorst auf seiner Felsnase hoch über dem Ötztal. Manche bezeichnen es übrigens als das „höchste Gebäude Hamburgs“, weil es 1921 von der Hamburger Alpenvereinssektion übernommen wurde. Vor zwei Jahren erhielt das inzwischen mit Solarenergie gespeiste Ramolhaus das Umweltgütesiegel der Alpenvereine, seit 2017 steht es unter Denkmalschutz.

Ramolhaus

5. Olpererhütte
Zillertal, 2.389 m

Mit Satteldach, Holzschindeln und rechteckigem Grundriss orientiert sich die 2007 erneuerte Olpererhütte an klassischen Schutzhütten. Sie besteht aus verhältnismäßig leichtem und präzise vorgefertigtem Brettsperrholz, was die Anzahl der für den Bau nötigen Hubschraubertransportflüge auf ein Minimum reduzierte. Photovoltaikanlagen und ein rapsölbetriebenes Blockheizkraftwerk liefern Strom und Warmwasser, eine vollbiologische Kläranlage filtert das Abwasser.

www.olperhuette.at

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